Feier des Männerkreises zum 35-jährigen Bestehen

Bericht von Bernhard Rönsch 

Als wir im Frühjahr  über unser Jahresprogramm berieten, hatten wir außer Acht gelassen, dass wir dieses Jahr auf das Bestehen unseres kleinen Club`s von 35 Jahren zurückblicken können. Nach menschlichem Ermessen eine lange Zeit. Man könnte sagen, ein halbes Menschenalter. Eine Zeit, in der viel geschehen und in der wir viel erlebt hatten. Erst meine Frau erinnerte mich an dieses Datum. Für mich Anlas, dieses heutige monatliche Treffen etwas würdiger zu begehen.

Zunächst darf ich euch  herzlich begrüßen, und freue mich, dass ihr meiner Einladung fast vollzählig gefolgt seid. Besonders begrüße ich unseren Pfarrer, und als einzige Dame unter uns, Frau Hartnagel.

Es ist 35 Jahre her, dass unser damaliger Pfarrer Reinbot  im Oktober 1981 die   VW- Busfahrer  zusammenrief. Die VW- Busfahrer, ein  Kreis, bestehend aus   3 VW-Bussen  und ca. 12 Männern, die zuständig waren, abwechselnd jedes Wochenende die Leute aus den umliegenden Ortschaften nach Ober-Modau in die Sonntagsmesse zu  holen.  Pfarrer Reinbot meinte, dass wir ein so wunderbar zusammengesetzter Haufen wären, mit  dem man doch  eigentlich noch etwas besseres  Anfangen könnte. Zum Beispiel aus ihm einen „Männerkreis“ zu gründen.

Der Anregung des Pfarrers folgend setzte sich als erster Max Dreher für seine Ideen ein. Er war es, der sofort  einige Männer  zusammenrief, (nicht nur VW-Busfahrer, sondern auch andere Interessierte)  und den Männerkreis, sowie er heute noch besteht, gründete,. Er übernahm den Vorsitz, den er aus gesundheitlichen Gründen 1987 abgab.   Danach stellte ich mich zur Verfügung. Max Dreher starb im Jahre 1988.

Ohne viel Eigenlob zu versprühen, prägten der Männerkreis neben der Frauen- und Mütter- Gemeinschaft die Pfarrei. Diese beiden Gruppierungen waren zuständig für die unterschiedlichsten Aufgaben und Unternehmungen. Mir im Gedächtnis bleiben die jährlichen Fahrten,  die die Männer im Frühjahr für sich allein unternahmen.Im Herbst folgten Fahrten zusammen mit der FMG für die gesamte Pfarrei.

In diesem Zusammenhang sei kurz erwähnt: (Herr Pfarrer, gut hinhören).  Unter Anderem standen auf  unseren Jahresprogramm  vier Klosterbesuche.. Auf Anregung unseres Mitgliedes „Jochen Kannt“. Er wollte zu gern Mal echtes „klösterliches Leben“  erleben. Hat aber nie geklappt. Wir wurden als gottesfürchtige Pilger zu gastfreundschaftlich  aufgenommen.  In einem guten Hotel hätten wir nicht besser versorgt werden können!  Wenn so klösterliches Leben aussehen soll, hab ich wohl meinen Beruf verfehlt.

Wir hatten uns so gut wie möglich  in den Tagesablauf des Klosterleben eingelassen. Haben fleißig mitgebetet und vor allem lautstark mitgesungen, um ja nicht unangenehm aufzufallen. Mit der Folge, dass wir bei der  morgendlichen Laudis  zu kräftig  mitgesun-gen hatten. Was den Ordensbrüdern  gar nicht so gut gefiel. Man war der Meinung, etwas leiser wäre gut genug. Wir würden sie  vorne im Chorraum mit unserer Lautstärke völlig übertönen. Na ja, ob zu laut oder zu leise, lassen wir es den lieben Gott entscheiden.  Es sollte unser Gesang  droben im Himmel ja gehört werden!

Eine andere Fahrt führte uns ins fränkische nach Mitteleschen-bach.Nicht ahnend, dass an dem Abend  eine Prozession an läßlich

stattfand. Man sagt uns nach, dass wir plötzlich unser Bier stehen ließen und uns Hals über Kopf in die Prozession einreiten. Erst danach tranken wir unser Bier aus. Seitdem nannte man uns die frommen Männer von St. Pankratius. Ganz zum        , die uns zu gern für einen Stammtischclub nennen.

Eine weitere Fahrt führte uns „Auf die Spuren der heiligen Elisabeth und des heiligen Bonifatius“. Was unseren lieben Pfarrer Jolie veranlasste, die Fahrtkosten mit 300,--  Euro  zu bezuschus-sen. Wir brauchten nicht lange überlegen, warum!

Viel Spaß hatten wir in auf unserer Fahrt nach Lichtenau im Spessart. Unser Reiseziel ein altes Zisterzienser-Kloster, das nun allerdings als Hotel und beliebtes Ausflugsziel betrieben wird. In den Nachbarräumlichkeiten ganz in der Nähe unseres Aufenthalts- ortes fand eine Hochzeit statt. Es dauerte nicht lange, waren wir umschwärmt von den Kindern der Hochzeitsgesellschaft, dann von den Müttern, die Mal schauen mussten, was ihre Kleinen so trieben und zum Schluss saß die Braut mitten unter uns.  Wir vom Männer-kreis und mittendrinn eine Braut. Wir erweckten  Neid, aber auch gleichzeitig  Schmunzeln unter den Gästen, als wir uns als den „Katholischen Männerkreis von St-Pankratius“ vorstellten.

Ich denke, dass wir auf Grund unseres  fortgeschrittenen Alters  kaum noch Bewunderung junger Bräute auslösen werden.  Nicht zu Altern wäre natürlich für die gesamte menschliche Zivilisation eine gute Lösung. Doch wenn ich mich jetzt in unserem Kreis umschaue, die vielen kahlen Köpfe  mit Hörgeräten in den Ohren, da schauen wir uns besser die Welt  von hinten an und überlassen die Zukunft Jüngeren.

Erwähnt sei noch unsere erste Männerkreisfahrt.  Sie führte uns zusammen mit 16 Männern im Juni 1988 in den Schwarzwald nach Unterreichenbach bei Schönberg auf die „Untere Kapfenhardter Mühle,“  Wir waren damals 16 Männer. Wenn ich mir die Teilneh-merliste von damals ansehe, leben von den 16 Männern  nur noch sechs. Zehn von ihnen sind gestorben. Ich sehe sie noch vor mir und auch die anderen Mitglieder,  die später von uns gegangen sind. Alles Männer, die uns viele Jahre die Treue gehalten haben. Sie  haben  Lücken  in unseren Reihen  hinterlassen. Lücken, die auch durch einige Neumitglieder nicht so leicht geschlossen werden konnten.

Darüber hinaus haben  wir im Laufe der Jahre  viele gemein-same  Aktionen unternommen. Wir allein, aber auch zusammen mit dem Frauenkreis. Alle Aktionen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Nur soviel sei erwähnt, angesprochen die, die den Männerkreis immer wieder kritisch beobachteten.  Wir haben uns immer für die Belange der Pfarrei eingesetzt, und sind erst recht nicht eine Stammtischgesellschaft, die gerne Mal ein Bier trinkt. Wir waren aktiv in unseren Unternehmungen.  Allerdings Attribute, die wir heute nicht mehr erfüllen  können.  Dass wir uns jetzt eher Mal am  Stammtisch treffen, sollte man uns nicht verübeln.

Nach wie vor  treffen wir  uns monatlich, so wie  heute Abend. Dass ich nach all den Jahren   noch so eine  stattliche Anzahl Männer begrüßen darf, davon noch einige Mitglieder aus der Gründerzeit des Männerkreises, stimmt mich glücklich.

Solange wir uns monatlich im Geist innerer Verbundenheit treffen, solange wird man sagen müssen: „Die Männer, die gibt es noch!“  Aber auch wir sind inzwischen alt geworden.  Das Warten auf bessere Zeiten war vergebens. Wir haben versucht, neue Impulse zu setzen, leider vergebens.

Für die Zukunft setze ich große Hoffnungen auf unser jüngstes Mitglied, „Roland Weber“, dass er es schaffen möge, noch ein paar jüngerer Männer für den Männerkreis zu gewinnen. Wenn nicht  er, wer sonst!

35 Jahre, dass ist eigentlich kein feierwürdiger Tag. Eher wären 40 Jahre angesagt. Dass wäre aber erst in fünf Jahren. In unserem Alter sollten wir aber in kürzeren Zeiträumen denken. Wer weiß, wie es in fünf Jahren um uns aussehen mag.

Wir können darüber sinnieren, wie schön  es gestern war.

Wie es morgen sein wird, wissen wir nicht.   So lasst uns das Heute fröhlich unter Freunden erleben, so wie es einer unserer größten Dichter einmal ausdrückte, in dem er sagte:  „Hier bei euch bin ich Mensch, hier darf ich`s  sein!“

In diesem Sinne wünsche ich euch allen guten Appetit und einen gemütlichen Abend.

Noch erwähnt sei, das es schade ist, dass unser Gründungsmitglied Roland Kartulik heute Abend nicht unter uns  sein kann. Ihm geht es nicht gut und befindet sich seit Dienstag in der Reha in Bad Wildungen. Wir denken an Ihn  in unseren Gebeten und Genesungswünschen.